Tschaschwitz
Tschaschwitz (obersorbisch Časecy) ist ein kleiner, traditionsreicher Ortsteil der Gemeinde Panschwitz-Kuckau im Herzen der Oberlausitz. Das Dorf liegt rund fünf Kilometer südöstlich von Panschwitz-Kuckau und gehört zum sorbischen Kernsiedlungsgebiet. Umgeben von Feldern und einer ländlich geprägten Landschaft hat sich Tschaschwitz bis heute seinen ruhigen, dörflichen Charakter bewahrt.
Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Tschaschwitz im Jahr 1264 unter dem Namen „Scha[s]tiz“. Die Grundherrschaft lag über Jahrhunderte beim nahe gelegenen Kloster St. Marienstern. Diese enge Verbindung trug dazu bei, dass der Ort auch über die Reformation hinaus katholisch geprägt blieb.
Historisch entwickelte sich Tschaschwitz als Rundweiler – eine Siedlungsform, bei der sich die Höfe um einen zentralen Bereich gruppieren. Noch heute vermittelt die überschaubare Bebauung den Charakter eines gewachsenen Oberlausitzer Dorfes. Die einzige Straße des Ortsteils trägt passend dazu den zweisprachigen Namen „Am Dorfteich / Při wjesnym haće“.
Auch die sorbische Sprache und Kultur sind eng mit Tschaschwitz verbunden. Historische Erhebungen zeigen, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung sorbisch war; noch heute liegt der Ort im sorbischen Kernsiedlungsgebiet. Kirchlich ist Tschaschwitz traditionell der Pfarrgemeinde Crostwitz zugeordnet.
Bis 1957 war Tschaschwitz eine eigenständige Landgemeinde. Anschließend wurde der Ort nach Lehndorf eingemeindet und gehört heute zu den 13 Ortsteilen der Gemeinde Panschwitz-Kuckau. Zwischen Lehndorf, Auschkowitz, Kleinhänchen und Siebitz gelegen, verbindet Tschaschwitz auf besondere Weise sorbische Tradition, jahrhundertealte Geschichte und das ruhige Landleben der Oberlausitz.